Urlaubszeit ist Reisezeit - wenn möglich ohne Zwischenfälle und Krankheit. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Reisen als schöne Erlebnisse ohne Komplikationen in Erinnerung bleiben  Mit unseren Reisetipps zu den wichtigsten Themen rund um die Gesundheit können Sie sich vorbereiten.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie in den folgenden Rubriken.

In jedem Falle sollten Sie einen ausreichenden Schutz gegen Diphtherie und Tetanus haben. Alle weiteren Impfungen hängen vom Reiseland ab.

Gehäufte Fälle von Chikungunya-Fieber aus Réunion und den ostafrikanischen Nachbarinseln.

Die Chikungunya-Epidemie auf den ostafrikanischen Inseln breitet sich weiter aus. Inzwischen wurden Erkrankungen nicht nur nach Frankreich und der Schweiz, sondern auch nach Deutschland importiert.

Touristen hatten die Virus-Infektion von La Réunion, La Mayotte, Mauritius sowie den Seychellen mitgebracht. Danach wurden auch Fälle auf Madagaskar bekannt. Die voran schreitende Epidemie, die bis jetzt allein auf Réunion ca. 200.000 Personen erfasst hat, forderte dort bereits mehr als 100 Todesopfer.

Inzwischen hat das Chikungunya-Fieber auch den Süden von Indien erreicht; die Infektion hat sich über Andhra Pradesh, Karnataka und Maharahtra weiter bis Tamil Nadu ausgebreitet. Allein im Bundesstaat Tamil Nadu wurden bereits 11.000 Erkrankungen gemeldet, Todesfälle wurden jedoch noch nicht bekannt.

Chikungunya (auf Kisuaheli: „gebeugter Mann“) gibt es als „Einzelfallerkrankung“ seit vielen Jahren in der Region. Die Entwicklung zur Massenkrankheit mit nachfolgenden Todesfällen ist jedoch neu; bisher heilte die Infektion spontan wieder aus.
Chikungunya-Viren werden von infizierten Stechmücken übertragen, die sowohl tag- als auch nachtaktiv sind. Diese Mücken kommen jedoch in Deutschland nicht vor, und eine direkte Ansteckung von Mensch zu Mensch gibt es bei dieser Infektion nicht. Die Erkrankung beginnt mit hohem Fieber sowie starken Muskel- und Gliederschmerzen, die nach 7 – 10 Tagen spontan abklingen. Danach folgt meistens ein weiterer Krankheitsschub, bei dem zusätzlich noch ein Hautausschlag auftritt, der insbesondere das Gesicht befällt. Oft entwickelt sich in dieser zweiten Phase noch eine Entzündung der Augenbindehaut. Die Beschwerden können wochen- bis monatelang anhalten, klingen dann aber von allein wieder ab. Da die Erkrankung durch Viren hervorgerufen wird, gibt es keine antibiotische Therapie.

Reise-Tipp:

Da bislang weder ein Impfstoff noch eine wirksame Behandlung zur Verfügung steht, sollten Reisende in die betroffenen Gegenden sich konsequent mit Mückenschutzmitteln (sog. Repellents) einreiben und langärmelige Kleidung, lange (am besten imprägnierte) Hosen sowie feste Schuhe und Strümpfe tragen, um Stiche zu vermeiden. Für einfache Unterkünfte, die nicht über eine Klimaanlage verfügen, ist die Verwendung von (imprägnierten) Moskitonetzen ein zusätzlicher Schutz.

Viele, in Länder mit schlechtem Hygienestandard, Reisende erkranken an Durchfall. Neben Reisestress, Zeit- und Nahrungsmittelumstellung ist verkeimtes Trinkwasser hierfür die Ursache.

  • Meiden Sie nicht abgekochtes Wasser und Eiswürfel!
  • Trinken Sie Flüssigkeiten aus original verschlossenen Dosen oder Flaschen (Vorsicht bei allen „stillen Wässern“ in Plastikflaschen)!
  • Bedenklich sind offene Kaltgetränke nicht industrieller Herkunft.
  • Falls dies nicht möglich sein sollte, desinfizieren Sie Ihr Trinkwasser (z. B. mit Micropur-Tabletten oder Katadyn-Taschenfiltern).
  • Gleichen Sie vermehrtes Schwitzen durch Flüssigkeits- und Mineralstoffzufuhr aus: Trinken Sie salzreiche Mineralwässer, Tee, verdünnte Fruchtsäfte, essen Sie geschältes Obst, wasserreiches geschältes Gemüse (z. B. Tomaten, Gurken) und Suppe.
  • Bei Aufenthalt im warmen Klima trinken Sie mindestens 3 Liter täglich!
  • Magen-, Darm-, Lebererkrankungen werden häufig durch verdorbene oder verunreinigte Lebensmittel verursacht.
  • Essen Sie nur Gekochtes, Gegrilltes oder Gebratenes, das gut gegart ist!
  • Das gilt für Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte. Vorsicht bei Muscheln! Essen Sie weder Tatar noch rohen Fisch oder rohe Austern!
  • Essen Sie keine Rohkostsalate (Ausnahme: Sie bereiten sie selbst aus schälbarem Gemüse zu)!
  • Meiden Sie nicht geschältes Obst (unbedenklich sind dagegen u. a. Zitrusfrüchte, Bananen, Ananas, Papayas, Mangos)!
  • Meiden Sie Speiseeis, Frischmilch, Mayonaise, Cremefüllungen!
  • Werfen Sie nicht mehr ganz frische Ware weg! Bedenklich ist Tiefkühlkost, wegen möglicher Unterbrechung der Kühlkette.
  • Nahrungsmittel wie Reis, Nudeln, Kartoffeln, Mais, Hirse, Bohnen, Erbsen und Brot werden gekocht oder gebacken und sind daher unbedenklich.
  • Vorsicht bei zu reichhaltigem Essen und Alkohol tagsüber.
  • Ortsübliche Speisen sind meist dem Land und Klima angepasst, aber erst gewöhnungsbedürftig.

Zusammengefasst gilt die „Goldene Ernährungsregel“: kochen, braten, schälen oder vergessen.

Wer reist, wünscht sich, gesund wieder nach Hause zu kommen. Krankheitserreger, auf die ein mitteleuropäischer Organismus nicht vorbereitet ist, Klimawechsel, ungewohnte Kost und mangelnde Hygiene sind Risiken. Wir wollen Ihnen mit diesen Seiten einige Tipps geben, im Urlaub gesund zu bleiben.

Bei gesundheitlichen Problemen sollten Sie sich bereits vor der Buchung der Reise ärztlich beraten lassen. Wichtig zur Einschätzung möglicher Risiken ist auch Ihr Reisestil: Leben in First-Class-Hotels oder Rucksacktourismus? Aufenthalt in Großstädten mit 24-Stunden-Kliniken oder in Gebieten ohne adäquate medizinische Versorgung?

Vor vielen Infektionskrankheiten können Sie sich zum Glück durch Impfung schützen. Rechtzeitig (vier, besser sechs Wochen) vor einer Fernreise sollten Sie mit den erforder¬lichen Reiseimpfungen beginnen. Mit Hilfe einer individuellen Impf- und Reiseberatung können Sie sich optimal auf Ihre Reise vorbereiten.

Seit Mai 2006 sind 84 Patienten in Namibia an Kinderlähmung (Poliomyelitis anterior) erkrankt, 12 sind bereits verstorben. Bei den Erkrankten handelt es sich im Wesentlichen um Erwachsene. Der Ausbruch begann am 07. Mai in Aranos, knapp 400 km südöstlich der Hauptstadt Windhoek. Die meisten Fälle werden jetzt aus Katatura, dem ältesten Stadtviertel von Windhoek gemeldet, weitere wurden aus Khomas, Hardap und Otjozondjupa berichtet.

Bei dem Virus handelt es sich um ein importiertes Poliovirus aus Angola, das seinen Ursprung in Indien hatte und 2006 zehn Erkrankungsfälle in Angola verursachte. Es dauerte fast einen Monat, bis der Erreger, Polio Wildvirus Typ I, in mehreren Referenzlabors bestätigt werden konnte. Allein in dieser Zeit kam es bei 39 Patienten zu Lähmungen, 7 verstarben.

Angola galt seit 2001 als Polio-frei. Die zuständigen Behörden planen derzeit umfangreiche Impfaktionen und werden die gesamte Bevölkerung (d. h. insbesondere auch ältere Personen) mit Polio-Schluckimpfung (OPV) immunisieren.

Für Reisende ohne ausreichenden Impfschutz gegen Polio besteht ein nicht unerhebliches Risiko, selbst an dieser Infektion zu erkranken. Das Virus wird ausschließlich von Mensch zu Mensch durch Verunreinigungen mit Darmausscheidungen übertragen. Das epidemische Auftreten von Poliomyelitis ist mit den unzureichenden hygienischen Bedingungen, insbesondere der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung, verbunden. Auch nicht erkennbar infizierte Personen scheiden das Virus aus.

Informieren Sie sich bei Ihrer Krankenkasse, ob Sie in Ihrem Reiseland ausreichenden Krankenschutz haben. Evtl. ist eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransportkosten notwendig bzw. zu empfehlen.

Zuerst stellt sich die Frage: Was ist Kindern zumutbar?

Ein zwei- bis dreiwöchiger Urlaub unterscheidet sich vom gut vorbereiteten Umzug in ein tropisches Land.

Folgendes ist zu bedenken:

  • Eine Ernährungsumstellung ist im gesamten Kleinkindalter eher problematisch.
  • Je jünger Kinder sind, desto ausgeprägter ist ihr Flüssigkeitsbedarf selbst unter gewohnten klimatischen Bedingungen.
  • Zur Anpassung an ein neues Klima benötigen Kinder bis zu vier Wochen Zeit; in dieser Zeit sind sie besonders infektanfällig und wenig belastbar.
  • Kinder sind durch Infektionskrankheiten viel gefährdeter als Erwachsene. Nicht vor allen Krankheiten können Sie durch Impfung geschützt werden.
  • Jedes reisende Kind sollte die für sein Alter empfohlenen Impfungen erhalten haben: Ein Kind älter als zwölf Monate sollte mindestens dreimal gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Hämophilus influezae (Hib), Polio, Hepatitis B und mindestens einmal gegen Masern, Mumps und Röteln geimpft sein. Hinzu kommen die jeweiligen Reiseimpfungen.
  • Bei Magen-Darm-Infekten verlieren kleine Kinder rasch Flüssigkeit mit, unter Umständen, lebensbedrohlichen Folgen.
  • Malaria ist für Säuglinge und Kleinkinder oft lebensgefährlich.
  • Kinderhaut ist besonders sonnenbrandgefährdet. Sonnenbrände in der Kindheit erhöhen das Hautkrebsrisiko.
  • Geringe Defizite in der Küchen-, Trinkwasser- und Sanitärhygiene werden von gesunden Erwachsenen eher toleriert als von kleinen Kindern.

Fazit:

Tropen-Urlaubsreisen sind im Allgemeinen nicht empfehlenswert für Kinder unter sechs Jahren und auch noch problematisch im Alter von sechs bis zehn Jahren. Das gilt auch für Abenteuer-, Trekking- und Rundreisen.

Auch nach einem kurzen Tropenaufenthalt müssen Sie an die weitere Einnahme der Anti-Malaria-Mittel denken (meist bis 4 Wochen nach Verlassen des Malariagebietes).

Bei folgenden Beschwerden sollten Sie auch nach einem kurzen Tropenaufenthalt ärztlichen Rat suchen und auf die vorangegangene Reise hinweisen:

  • unklarem Fieber
  • Gewichtsverlust und allgemeiner Schwäche
  • Bauchkrämpfen und andauernden Durchfällen
  • Husten
  • blutigem oder dunklem Urin
  • Blut im Stuhl
  • Hautjucken oder Hautveränderungen

Nach einem längeren Tropenaufenthalt ist eine tropenmedizinische Nachuntersuchung zu empfehlen, auch wenn keine Beschwerden bestehen (incl. Parasitologischer Stuhl- und Blutuntersuchungen).

Pflichtimpfungen sind Impfungen nach internationalen oder nationalen seuchenhygienischen Vorschriften, die bei der Einreise in ein Land vorgeschrieben sind. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt hierfür nur noch die Gelbfieberimpfung an. Beim Grenzübertritt kann gelegentlich aber noch eine Impfung gegen Cholera oder Meningokokken-Meningitis verlangt werden.

Gegen Gelbfieber dürfen nur autorisierte Impfstellen impfen (z. B. das Stadtgesundheitsamt Frankfurt). Die Impfung wird im internationalen Impfausweis dokumentiert und ist nach 10 Tagen für 10 Jahre gültig. Sollte ein medizinischer Grund gegen die Impfung sprechen, so wird ein Impfbefreiungszertifikat ausgestellt, das meist die Einreise in Gelbfieber-Infektionsgebiete ermöglicht.

Außer den Medikamenten, die auch zu Hause eingenommen werden, sollte gegen folgende Beschwerden eine Medikation mitgenommen werden:

  • Schmerzen
  • Fieber
  • Allergien
  • Sonnenbrand
  • Durchfälle
  • Schnupfen
  • Husten
  • Bindehautreizung der Augen
  • Schlafstörungen
  • Reisekrankheit
  • Infektionen verschreibungspflichtige Breitbandantibiotika, z. B. Gyrasehemmer)

Empfehlenswert bzw. erforderlich sind ggf. außerdem:

  • Mittel zum Elektrolytersatz bei Durchfall und Erbrechen
  • Anti-Malaria-Mittel
  • Insektenschutzmittel
  • Sonnenschutzmittel
  • Salbe gegen Pilzinfektionen
  • Salbe gegen Sportverletzungen
  • Fieberthermometer
  • Verbandmaterial
  • kleine Schere
  • Desinfektionsmittel
  • Einmalspritzen und –kanülen
  • Splitterpinzette
  • Impfpass
  • Ersatz- und Sonnenbrille
  • Mittel zur Trinkwasserdesinfektion
  • Bei chronischer Erkrankung: ärztliche Bescheinigung mit Auflistung der erforderlichen Medikamente
  • Tampons
  • Kondome

Eine individuelle Beratung erhalten Sie in Ihrer Apotheke und Ihrer Arztpraxis.

Reisen in andere klimatische Zonen mit fremden hygienischen Bedingungen belasten bereits den gesunden Organismus. Um so mehr müssen ältere Menschen und chronisch Kranke eine Reise rechtzeitig und sorgfältig vorbereiten, um unangenehme Überraschungen und unter Umständen lebensbedrohliche Komplikationen zu vermeiden. In einem ärztlichen Beratungsgespräch sollte vorab geklärt werden, welche Reiseziele für Sie günstig oder ungünstig sind. Wichtig ist auch Ihr Reisestil (Leben in First-Class-Hotels oder Abenteuerreise) Aufenthalt in Großstädten mit 24-Stunden-Kliniken oder in Gebieten ohne adäquate medizinische Versorgung?) Bei Reisen mit Zeitverschiebung sollten Sie die zeitliche Verschiebung Ihrer Medikation vorab mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin besprechen. Medikamente gehören griffbereit ins Handgepäck, für einen ausreichenden Medikamentenvorrat sollte gesorgt sein.

Bei folgenden Erkrankungen können Bedenken gegen eine Flugreise bestehen:
z. B. bei schwerer Anämie (Blutarmut), nach kürzlich überstandenem Herzinfarkt oder Schlaganfall, bei Angina pectoris, schweren Atemwegserkrankungen wie z. B. Asthma, bei Herzmuskelschäden, schlecht eingestelltem Bluthochdruck, schweren Durchblutungsstörungen der Beine oder Augen, Antikoagulantienbehandlung (Blutverdünnung), nach frischen Operationen, bei insulinpflichtiger Zuckerkrankheit ohne Vorbereitung auf Flugreisen mit Zeitverschiebung, bei akuten Infektionskrankheiten, im letzten Drittel der Schwangerschaft.

Bei folgenden Erkrankungen sollten Sie nicht in tropische oder subtropische Gebiete reisen:
bei schweren Schilddrüsen-, Leber- oder Herzerkrankungen, bei ausgeprägtem Bluthochdruck, schwerer Anämie, schlecht eingestellter Zuckerkrankheit, nicht ausgeheilter Tuberkulose, Magengeschwüren, schwerer Psoriasis (schuppende Hauterkrankung) oder chronischen Störungen der Nierenfunktion.

Diabetiker (Zuckerkranke) sollten folgendes beachten:
Insulin muss unbedingt im Handgepäck mitgenommen werden, da es im Gepäckraum des Flugzeuges einfrieren kann. Am Urlaubsort muss Insulin kühl gelagert werden. Insulinpflichtige Diabetiker müssen sich bei Reisen mit Zeitverschiebung in der Regel dem neuen Tagesrhythmus anpassen, tablettenpflichtige meist nicht. Urin- und Blutzuckerselbstkontrollen müssen auf Fernreisen häufiger erfolgen als zu Hause. Diabetiker sollten nicht alleine reisen, denn oft kann nur eine geschulte Begleitperson eine bedrohliche Situation schnell genug richtig einschätzen. Es empfiehlt sich, einen Diabetikerausweis in Englisch und, wenn möglich, in der Landessprache mitzunehmen und dazu eine ärztliche Bescheinigung über die medizinische Notwendigkeit der Medikamente und Spritzen für den persönlichen Bedarf mitzuführen.

Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen gilt:
Menschen mit koronaren Herzkrankheiten müssen die Angina-pectoris-Schwelle beachten. Eine Angina pectoris stellt in der Regel die Grenze der Leistungsfähigkeit dar, darüber besteht die Gefahr von Rhythmusstörungen, was insbesondere auf Reisen nicht riskiert werden sollte. Personen mit Herzinsuffizienz (Herzmuskelschwäche) sollten die Leistungsanforderungen auf ihrer Reise an das Stadium der Erkrankung anpassen. Nur ca. 60% der maximalen Belastbarkeit sollte erreicht werden. Treten zu Hause erst bei schwerer körperlicher Belastung Beschwerden auf, so sind Reisen ohne sportliche Aktivitäten oder Extrembelastung möglich. Bestehen zu Hause bereits bei leichter Belastung Beschwerden, so sind nur Erholungsreisen ohne große Aktivitäten oder Belastungen durch Klima oder Höhe möglich. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen gelten Einschränkungen beim Fliegen, Bergtrekking und Tauchen.

Um unnötige Risiken für sich und Ihr ungeborenes Kind zu vermeiden, sollten Sie folgendes beachten:

  • Bei einer Risikoschwangerschaft oder bei Begleiterkrankungen (wie z. B. starker Schwellung der Beine, Eiweißausscheidung im Urin und Bluthochdruck) ist von längeren Reisen und Auslandsaufenthalten abzuraten.
  • Die günstigste Reisezeit bei komplikationsloser Schwangerschaft ist das zweite Drittel.
  • Ab der 36. Schwangerschaftswoche gelten Sie als nicht flugreisetauglich.
  • Vermeiden Sie Fernreisen in Länder mit schlechten hygienischen Bedingungen und zweifelhafter medizinischer Versorgung.
  • Reisen Sie nur in Länder ohne Malariarisiko. Eine Malaria bedeutet ein erhebliches Risiko für Sie und führt oft zu einer Fehlgeburt. Eine in der Schwangerschaft unschädlich geeignete medikamentöse Malariaprophylaxe ist oftmals nicht möglich.
  • Manche Medikamente sowie Lebendimpfungen sind in der Schwangerschaft schädlich, für andere fehlen ausreichende Daten hinsichtlich der Unbedenklichkeit.

Die wichtigste Tropenkrankheit mit mehr als einer Million Toten pro Jahr ist die Malaria. Mit ca. 1000 Erkrankungsfällen und fast 100 Todesfällen pro Jahr ist Malaria auch die gefährlichste nach Deutschland importierte Tropenkrankheit. Die Erkrankung wird in der Dunkelheit durch Stechmücken (weibliche Anopheles-Mücke) übertragen. Die Malaria-Vorbeugung basiert auf zwei Prinzipien:

  1. Schutz vor Überträgermücken „Expositionsprophylaxe“
  2. Einnahme von Antimalariamittel „Chemoprophylaxe“

Eine Impfung oder eine absolut sichere Malariaprophylaxe gibt es nicht.

Zum Schutz vor Stechmücken sollten Sie folgenes beachten

Aufenthalt:
von der Dämmerung bis zum Morgengrauen vorzugsweise in mückengeschützten Räumen (mit Klimaanlage, Mückengaze vor Fenstern und Türen oder unter einem dichten imprägnierten Moskitonetz)

Kleidung:
bei Aufenthalt im Freien abends und nachts weitgehend körperbedeckend (langärmelig, lange Hosen)

Repellents:
insektenabwehrende Mittel (z. B. DEET) sollten zusätzlich alle 2 – 4 Stunden auf unbedeckte Hautstellen aufgetragen werden (Vorsicht bei Kleinkindern)

Insektizide:
Mückenabwehr durch insektenabtötende Mittel (Pyrethrine und Pyrethroide) als Verdampfer, Kerzen, Räucherspiralen bieten oft keinen ausreichenden Schutz

Einnahme von Anti-Malaria-Mitteln:
die medikamtentöse Malariaprophylaxe beginnt eine Woche vor Einreise ins Malariagebiet und wird bis vier Wochen nach der Rückkehr fortgeführt.

Es stehen mehrere Mittel zur Verfügung

  • Die Empfehlung erfolgt nach einer individuellen Nutzen-Risiko-Abwägung. Sie hängt ab von:
    der Art des Malariaerregers und der Resistenzlage im Reisegebiet
  • der Jahreszeit (saisonales oder ganzjähriges Malariarisiko?)
  • vom Reisestil (Aufenthalt in Städten und Touristenzentren, in ländlichen Gebieten, Rundreise, Trekking, Tauchen?)
  • der Reisedauer
  • vom individuellen Gesundheitszustand

Das Malariarisiko ändert sich ständig, eine individuelle Beratung sollte vor jeder Tropenreise erfolgen.

Bei jeder fieberhaften Erkrankung während und bis mehrere Monate nach einer Tropenreise sollte an die Möglichkeit einer Malaria gedacht und ärztliche Hilfe gesucht werden. 90% aller importierten Malaria tropica-Erkrankungen treten innerhalb von 4 Wochen nach Rückkehr auf.

Auch wer nur ein einziges Mal mit jemandem schläft, der angesteckt ist, kann sich infizieren.

AIDS

Die heute bekannteste weltweit verbreitete sexuell übertragbare Krankheit ist die HIV-Infektion, aus der sich AIDS entwickelt. Zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung vergehen Jahre, in denen sich der infizierte Mensch meist gesund fühlt, das Virus aber an andere weitergeben kann. Ein Markenkondom ist zur Zeit das einzige Mittel, das weitgehend Schutz vor Ansteckung bietet.

Da nicht in allen Urlaubsländern alle Blutkonserven auf HIV getestet sind, sollten Sie in Ländern der Dritten Welt eine Bluttransfusion nur akzeptieren, wenn sie lebensnotwendig ist. Auch bei zahnärztlichen Eingriffen im Ausland (Zahntourismus“) sollten Sie sicher sein, dass die Instrumente sterilisiert wurden.

Sexuell übertragen werden außerdem u. a.:

  • Gonorrhoe (Tripper)
  • Lues (Syphilis)
  • Clamydien
  • Herpes Genitalis
  • Hepatitis B
  • Trichomonaden
  • Dellwarzen
  • Pilzinfektionen etc.

Gewöhnen Sie sich langsam (minutenweise) an die Sonne. Denken Sie an Sonnenhut, Sonnenschutzcremes mit hohem Lichtschutzfaktor (gilt auch für die Lippen) und eine Sonnenbrille (Gefahr von Sonnenbrand, Sonnenstich, Hitzschlag).

Ihre persönlich erforderlichen Medikamente gehören ins Handgepäck, nicht in den Koffer.

  • Vermeiden Sie das Economy-Class-Syndrom (geschwollene Beine, manchmal Beinvenenthrombose). Gehen Sie auf langen Flügen gelegentlich am Gang auf und ab und machen Sie beim Sitzen öfters isometrische Übungen der Beinmuskulatur (Anspannen und Entspannen der Muskeln).
  • Legen Sie nach Flügen mit Zeitverschiebung mindestens einen Ruhetag ein. Die „innere Uhr“ muss sich erst auf den neuen Rhythmus einstellen, besonders bei Flügen nach Osten (Jetlag).
  • Vermeiden Sie Überbelastung bei Hitze und Feuchtigkeit besonders ohne ausreichende Akklimatisierungszeit (anstrengende Besichtigungstouren, Sport).
  • Gehen Sie in den Tropen -auch am Strand- nie barfuß (Gefahr von Hakenwürmern, Sandflöhen, Seeigeln etc.).
  • Baden Sie in den Tropen nicht in Süßwasser – nicht in Flüssen, Kanälen, Seen, Teichen (Gefahr von Bilharziose)
  • Lernen Sie im Urlaub nur Tauchen, wenn Sie vorab zu Hause ärztlich untersucht wurden. Tauchen Sie nicht bei Malariaprophylaxe mit Lariam.
  • Baden Sie im Meer nicht in der Nähe von Abwasserkanälen (Gefahr von Hepatitis A und Durchfallerkrankungen) und nicht in unbekannten Gewässern (wegen Giftfischen und giftigen Quallen).
  • Für tropische und subtropische Regionen gilt folgendes: Kontrollieren Sie Ihre Kleider und Schuhe vorm Anziehen (Gefahr von Skorpionen und Spinnen). Schauen Sie, wohin Sie greifen und treten Sie besonders abseits von Wegen fest auf (Gefahr von Schlangen).
  • Schützen Sie sich vor Insektenstichen durch insektenabwehrende Mittel und geeignete Kleidung (Gefahr von Malaria, Dengue-Fieber, etc.):
  • Streicheln Sie keine fremden Tiere (Tollwutgefahr).
  • Tragen Sie bei Hitze lockere Kleidung aus Naturstoffen (Baumwolle, Leinen) und leichtes Schuhwerk (keine offenen Sandalen).
  • Für das Bergtrekking gilt: Ein zu schneller Anstieg von niedriger Höhe auf über 2500 m führt zu einer akuten Bergkrankheit (erstes Warnzeichen sind Kopfschmerzen). Legen Sie 1 – 2 Ruhetage ein. Ein weiterer schneller Anstieg kann zu einem lebensbedrohlichen Höhenhirnödem und Höhenlungenödem führen.