Unsere Beratungsleistung

Wir beraten ausführlich über die HIV-Infektion und sexuell übertragbare Infektionserkrankungen. Eine Beratung ist nur persönlich möglich.

Außerdem besteht die Möglichkeit nach vorausgegangener kostenloser Beratung anonym einen HIV-Antikörpertest und weitere Blutuntersuchungen zum Ausschluß einer Hepatitis B und C-Infektion sowie einer Syphilis durchführen zu lassen.
Weiterhin steht ein Urintest zum Nachweis eine Chlamydien- und Gonokokkeninfektion zur Verfügung. Für diese Untersuchungen ist es nicht erforderlich nüchtern zu erscheinen.

Kontakt

Frau Henker
Tel. 06151/3309-906

Sprechzeiten

Montag bis Donnerstag von 09.00 Uhr – 11.00 Uhr

Abholzeiten für Ergebnisse:
Montag bis Freitag 8.00 Uhr – 12.00 Uhr

Weitere Informationen: http://www.rki.de/

Über die Krankheit

HIV steht für die englische Bezeichnung „Human Immunodeficiency Virus“, zu deutsch: „Menschliches Immunschwächendes-Virus“.
Bis jetzt unterscheidet man zwei „Virusfamilien“, HIV 1 und HIV 2, denen noch mehrere Subtypen untergeordnet sind. HIV kann sich, wie andere Viren auch, nur in lebenden Zellen (Wirtszellen) vermehren. Das Virus baut sein eigenes Erbgut in das seiner Wirtszellen ein, wodurch diese neue Viren produzieren können. Das besondere an dem HI-Virus ist, dass es mit den CD4-Helferzellen die Kommandozentrale des menschlichen Immunsystems befällt. Es kommt schließlich zu einer Abnahme dieser Zellen und dadurch zu einer Schwächung des Immunsystems.

AIDS steht für „Acquired Immune Deficiency Syndrome“, was mit „erworbene Immunschwäche“ übersetzt werden kann. AIDS ist das durchschnittlich nach 10 Jahren auftretende Endstadium der chronischen Virusinfektion mit dem HI-Virus.

Ein einheitliches Krankheitsbild gibt es nicht. Das Immunsystem wird durch den HI-Virus letztendlich so stark geschwächt, dass es zu einem schweren Immundefekt kommt. Bei diesem schweren Immundefekt können Viren, Bakterien, Pilze etc. Krankheiten auslösen, die einem Menschen mit intaktem Immunsystem keinen Schaden zufügen (sog. opportunistische Infektionen).

Die Diagnose AIDS wird dann gestellt, wenn bestimmte Krankheitsbilder vorliegen, wie z. B. Pilzbefall der Speiseröhre, Lungenentzündung, Toxoplasmose, Karposi-Sarkom, Lymphknotentumore u. a. HIV-Infektionen verlaufen sehr unterschiedlich. Bei einem Teil der Menschen entwickeln sich etwa 6 Tage bis 6 Wochen nach erfolgter Ansteckung grippeähnliche Symptome, die nach 2-3 Wochen wieder abklingen. Die Zeitspanne zwischen der Ansteckung mit HIV und dem Auftreten erster Krankheitssymptome (Latenzzeit) kann Monate oder sogar Jahre dauern. Die Zeit von der Ansteckung mit HIV bis zum Ausbruch von AIDS dauert durchschnittlich 10-12 Jahre. Diese Zeitspanne wird aber durch die neuen antiretroviralen Kombinationstherapien (gleichzeitige Einnahme von 3 und mehr Medikamenten) von Jahr zu Jahr länger.

Viele Körperflüssigkeiten wie Speichel, Tränenflüssigkeit, Urin etc. enthalten das HIV. Das Virus befindet sich aber nur in Blut, Samen- und Scheidenflüssigkeit, Lusttropfen, Darmschleimhautsekret sowie Muttermilch in so hoher Konzentration, dass es für eine Infektion ausreicht. Die Infektion kann weitergegeben werden, wenn diese stark virushaltigen Flüssigkeiten in Wunden, auf Schleimhaut oder direkt in die Blutbahn eines anderen Menschen gelangen.

Es gibt verschiedene Wege, auf denen das Virus in die Blutbahn eines Menschen gelangen kann:

  • direkt, z. B. über die gemeinsame Benutzung von Spritzen von infizierten Drogenkonsumenten,
  • über Schleimhäute (z. B. in der Scheide, am Penis, im Enddarm oder im Mund), auch dann, wenn keine spürbaren oder sichtbaren Verletzungen vorhanden sind. Verletzungen und Entzündungen der Schleimhäute erhöhen aber das Infektionsrisiko,
  • durch offene Wunden und Hautverletzungen (sehr selten; relevante Übertragungsmöglichkeiten bestehen hauptsächlich, wenn virusbehaftete Instrumente die Haut durchdringen),
  • im Mutterleib, während der Geburt und beim Stillen können Kinder durch ihre infizierten Mütter angesteckt werden (durch eine frühzeitige Medikamenteneinnahme der infizierten Mutter, durch gezielte Kaiserschnittgeburten und Stillverzicht konnte das Infektionsrisiko bei Kindern von ca. 23 % auf unter 2% gesenkt werden).

Die sehr geringen Virusmengen in Speichel, Tränen, Urin und Kot führen nicht zur Ansteckung, d. h. dass das Virus im alltäglichen Umgang miteinander (berühren, küssen, gemeinsame Benutzung von Sanitäranlagen, Essgeschirr etc.) nicht übertragen werden kann.
Da das HI-Virus außerhalb von lebenden Zellen und Körperflüssigkeiten sehr empfindlich ist, wird es durch Austrocknen, Erhitzen und Reinigungsmittel sicher zerstört.

Eine sichere Möglichkeit, eine HIV-Infektion nachzuweisen, ist der sog. HIV-Test (oft auch als AIDS-Test bezeichnet). Dabei wird das Blut im Labor auf HIV-Antikörper untersucht (Antikörper = spezifische, jeweils gegen einen Erreger gerichtete Bluteiweiße). Antikörper werden gebildet, wenn eine Infektion stattgefunden hat. Sie sind mit einem HIV-Sreeningtest der vierten Generation 6 Wochen nach einer möglichen Infektion zuverlässig nachweisbar, d. h. der HIV-Test kann keine Aussagen über die letzten 6 Wochen treffen.

Der HIV-Test kann von niedergelassenen Ärzten (z. B. Hausarzt) durchgeführt werden, wobei die Kosten i. d. R. privat abgerechnet werden.

In allen Gesundheitsämtern besteht die Möglichkeit, diesen Test anonym durchführen zu lassen. Kosten im Gesundheitsamt Darmstadt: 16,00 € (Ausnahme: für Schüler, Studenten, Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger ist der Test kostenlos, hierfür ist ein entsprechender Nachweis vorzulegen).

Sprechzeiten für HIV-Testungen mit Beratung
Montag bis Donnerstag von 9.00 Uhr – 11.00 Uhr

Das Ergebnis Ihres HIV-Tests können Sie i. d. R. nach 3 – 7 Tagen im Gesundheitsamt einsehen.

Abholzeiten der HIV-Testergebnisse:
Montag – Freitag   8.00 – 12.00 Uhr

Ein negatives Testergebnis bedeutet, dass keine HIV-Antikörper im Blut nachgewiesen werden konnten, also bis vor 6 Wochen keine Infektion mit dem HI-Virus stattgefunden hat. Wie bereits erwähnt, können frische, vor weniger als 6 Wochen erfolgte Infektionen durch den Test nicht sicher nachgewiesen werden.

Die Diagnose „HIV-positiv“ heißt zunächst einmal, dass HIV-Antikörper im Blut nachgewiesen wurden, also eine Ansteckung mit dem Virus vorliegt. Diese Ansteckung ist nicht mit der Krankheit AIDS gleichzusetzen, es bedeutet aber, dass sich die Krankheit AIDS entwickeln kann. Zu welchem Zeitpunkt dies geschieht und ob die Krankheit in allen Fällen ausbricht, ist nach heutigem Wissensstand nicht vorhersehbar.

Weil HIV sich ständig verändert, ist es schwierig, Impfstoffe zu entwickeln. Die Forschung bemüht sich hier, einen Durchbruch zu erzielen. In naher Zukunft ist jedoch mit keinem Erfolg zu rechnen. Deshalb ist Vorbeugen das einzig mögliche Mittel gegen eine HIV-Infektion. Um sich und andere zu schützen ist es wichtig, auf die Risiken zu achten und entsprechend zu handeln.
Für den Sex zwischen Frau und Mann gilt: beim sexuellen Abenteuer, beim „one-night-stand“ - auch und gerade im Urlaub - ist es ratsam, Safer Sex zu praktizieren, z. B. beim Vaginal- und Analverkehr Kondome zu benutzen und beim Oralverkehr kein Sperma, Lusttropfen, Vaginalsekret oder Menstruationsblut in den Mund aufzunehmen.

Männer, die mit Männern Sex haben, können sich durch Sexualpraktiken schützen, die das Ansteckungsrisiko stark verringern (Safer Sex), z. B. durch die Benutzung von Kondomen beim Analverkehr und indem sie vermeiden, dass beim Oralverkehr Lusttropfen und Sperma in den Mund des Partners gelangt.

Für Frauen und Männer, die sich Drogen spritzen heißt Vorbeugen: Safer use, z.B. immer nur eigenes Spritzbesteck und Zubehör verwenden.

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