Häufige Fragen zur Neuen Grippe (Schweinegrippe)

Für den Bereich der Stadt Darmstadt und des Landkreises Darmstadt-Dieburg nimmt das Gesundheitsamt in diesem Zusammenhang die Funktion einer koordinierenden Stelle wahr.

Das Gesundheitsamt Darmstadt führt die Impfung entsprechend den Vorgaben des Bundes und des Landes Hessen zunächst nur für im Gesundheitswesen beschäftigtes Personal durch sowie für Beschäftigte des öffentlichen Sicherheitsbereichs (z. B. Feuerwehr und Krankentransportpersonal).

Für alle übrigen Personengruppen erfolgt die Impfung gegen die "Neue Grippe" durch den jeweiligen Hausarzt bzw. durch die niedergelassenen Ärzte.

Ja, eine Impfung ist der wirksamste und sicherste Schutz gegen eine Infektion mit dem neuen Virus.

Ja, es gibt keine Impfpflicht, die Impfung wird ausschließlich auf freiwilliger Basis angeboten.

Die herkömmliche Grippeimpfung (gegen die saisonale Influenza) bietet nur Schutz gegen bereits bekannte Erreger. Die Grippeimpfung ist keine Impfung mit einem Lebendvirus, sondern wird aus Bestandteilen von Influenzaviren (Antigenen) hergestellt. Da das Grippe-Virus sich ständig verändert, muss auch die Zusammensetzung des Impfstoffs jährlich geändert werden. Die Grippeimpfung ist das beste Mittel, um sich vor den zur Grippesaison zirkulierenden Influenzaviren zu schützen.

Die Länder haben im Rahmen ihrer Pandemieplanung die Verfügbarkeit eines Impfstoffes gegen die Neue Influenza sichergestellt, da der Impfstoff nicht auf dem freien Markt verfügbar sein wird.

Bei dem Impfstoff handelt es sich um einen Spaltimpfstoff, der mit einem Adjuvanz (Wirkungsverstärker) versetzt wird.

Ja, aber nicht gleichzeitig. Zunächst sollten diejenigen eine Impfung erhalten, die ein erhöhtes Risiko für schwere Erkrankungsverläufe haben oder die beruflich Kontakt zu besonders gefährdeten Personengruppen haben.

Zunächst sollen Personengruppen mit einem erhöhten Komplikationsrisiko, wie Menschen mit chronischen Krankheiten und Schwangere, geimpft werden. Darüber hinaus sollen das Gesundheitspersonal, die Polizei und die Feuerwehr Impfungen erhalten, damit die Gesundheitsversorgung und die öffentliche Sicherheit und Ordnung gewährleistet bleiben.

Die Auswahl der Gruppen orientiert sich an den Empfehlungen der STIKO, der wissenschaftlichen Fachbehörden (Robert Koch-Institut und Paul Ehrlich-Institut) und der Weltgesundheitsorganisation WHO. Grundsätzlich steht die Impfung allen Versicherten offen.

Die Impfung chronisch Kranker erfolgt über die niedergelassenen Haus- und Kinderärzte. Für die Impfung gesunder Kinder ist der Impfstoff derzeit noch nicht freigegeben.

Die Gesundheitsämter impfen zunächst das sogenannte Schlüsselpersonal, also Gesundheitspersonal. Feuerwehr und Krankentransportpersonal.

Haus- und Kinderärzte, die z. B. wegen zu geringer Fallzahlen nicht  gegen A/H1N1 impfen, werden gebeten, ihre Patienten an Haus- oder Kinderärzte zu verweisen, die die Impfung anbieten. Eine Überweisung ist nicht erforderlich. Die Patienten sollen nicht an die Gesundheitsämter verwiesen werden!

Die Gesundheitsämter impfen jedoch neben medizinischem Personal, Feuerwehrleuten und Rettungsdienstpersonal auch chronisch Kranke, die bei ihrem Hausarzt und weiteren Arztpraxen abgewiesen wurden und zeitnah geimpft werden wolle.

Das medizinische Personal ist häufig in direktem Kontakt mit Personen, die möglicherweise an Influenza erkrankt sind. Daher hat das medizinische Personal ein erhöhtes Risiko, an einer Influenza zu erkranken sowie betreute Personen und deren Angehörige anzustecken. Die Aufrechterhaltung der medizinischen Versorgung ist in einer Pandemie von zentraler Bedeutung. Die vom medizinischen Personal betreuten Personen haben wiederum oft ein erhöhtes Risiko, eine schwere Verlaufsform der Influenzavirus-Infektion zu entwickeln.

Studien haben gezeigt, dass nach zwei Impfungen ein ausreichender Immunschutz aufgebaut ist. Es gibt aber erste Hinweise aus Studien mit den Impfstoffen gegen Influenza A/H1N1, dass für Personen im Alter von 10 – 60 Jahre eine einzige Impfung ausreichen könnte, um einen angemessenen Impfschutz aufzubauen. Deshalb ist für diese Altersgruppe zunächst nur eine Impfung vorgesehen. Sobald weitere klinische Studien ausgewertet sind (Mitte November 2009), wird entschieden, ob eine zweite Impfung empfohlen wird.

Jüngere Kinder unter 10 Jahren und ältere Erwachsene über 60 Jahren sollen in jedem Fall zweimal geimpft werden, um eine ausreichende Immunantwort aufzubauen. Der Mindestabstand zwischen den beiden Impfungen beträgt 3 Wochen, die zweite Impfung kann bis zu 6 Monate nach der ersten erfolgen.

Die mögliche Wirkung der saisonalen Impfung gegenüber dem Virus der Neuen Influenza A/H1N1 wird im Labor untersucht. Bisherige Daten deuten jedoch darauf hin, dass die saisonale Grippeimpfung keinen Schutz vor dem neuen Virustyp (Neue Influenza A/H1N1) bietet.

Die Impfungen sollten getrennt im Abstand von 2 Wochen verabreicht werden, damit eventuell auftretende Impfreaktionen genau einem Impfstoff zugeordnet werden können.

Die Immunantwort, die ein Impfstoff auslöst, richtet sich gegen die Bausteine (Proteine) des Grippevirus, die sich auf der Oberfläche befinden. Diese beiden Bestandteile variieren je nach Virustyp und können sich auch mit der Zeit weiter verändern.

Eine Änderung der krankmachenden Wirkung (Pathogenität) von Influenzaviren, also auch des Neue Influenza A/H1N1-Virus, ist in der Regel jedoch auf Veränderungen in anderen Bestandteilen des Virus zurückzuführen. Dies können beispielsweise Proteine sein, die in den Stoffwechsel der Wirtszelle eingreifen oder enzymatische Funktionen des Virus ausüben. Eine höhere Pathogenität bedeutet somit nicht unbedingt, dass sich die Oberflächenbausteine H und N verändert haben.

Impfstoffe gegen pandemische Grippeviren enthalten gegenüber den saisonalen Grippeimpfstoffen immunverstärkende Zusatzstoffe. Diese Zusatzstoffe rufen eine verstärkte Immunantwort hervor, die auch dann noch wirksam ist, wenn sich das Virus punktuell in seinen Oberflächenbausteinen verändert. Der Impfstoff schützt also, wenn sich die krankmachende Wirkung (Pathogenität) des Virus verändert.

Bei einer größeren Veränderung der Oberflächenbausteine, wie sie im aktuellen Fall des pandemischen H1N1 Virus im Vergleich zu den saisonalen H1N1 Grippeviren vorliegt, würde eine Anpassung des Impfstoffs notwendig werden.

Wenn nach einer Impfung Komplikationen auftreten sollte man sich an den Arzt wenden, der die Impfung verantwortlich durchgeführt hat. Die Impfung gegen Influenza gehört zu den uneingeschränkt öffentlich empfohlenen Impfungen der Länder. Für Ansprüche auf staatliche Versorgung wegen eines Impfschadens nach dem Infektionsschutzgesetz haften die Länder. Es haftet das Land, in welchem die Impfung durchgeführt wurde.

Impfstoffe, wie Arzneimittel allgemein, unterliegen der Zulassungspflicht gemäß Arzneimittelgesetz. Daher durchlaufen sie ein Zulassungsverfahren, in dem neben der pharmazeutischen Qualität die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit durch die nationale oder europäische Zulassungsbehörde überprüft werden. Bei den eingesetzten neuen Impfstoffen handelt es sich um sogenannte inaktivierte Impfstoffe (Verabreichung abgetöteter Erreger) gegen den pandemischen Stamm. Wer an einer nachgewiesenen Allergie gegen Hühnereiweiß leidet, sollte nicht mit einem Impfstoff geimpft werden, der aus Hühnereiern gewonnen wurde. Auch dürfen Personen mit bekannter starker Überempfindlichkeit gegen in Spuren enthaltene Restbestandteile wie z. B. Thiomersal, Formaldehyd, Gentamicinsulfat oder Natriumdeoxycholat nicht geimpft werden.

Nicht auszuschließen ist jedoch, dass bei breiter Anwendung eines neuen Arzneimittels bislang unerwartete Nebenwirkungen entdeckt werden. Die Erfahrung zeigt, dass solche Nebenwirkungen, wenn überhaupt, sehr selten auftreten.

Die Besonderheit des Impfstoffes gegen die neue Influenza A H1N1 ist die Verwendung von Wirkverstärkern (Adjuvanzien) auf Öl-in- Wasser-Basis. Durch diese Zusätze wird die Immunantwort des Körpers verstärkt und eine breitere Schutzwirkung gegen Virusveränderungen erzielt. Die klinischen Studien im Rahmen der Musterzulassungen, haben gezeigt, dass man mit Hilfe dieser Verstärker die Antigenmenge halbieren, zum Teil sogar auf ein Viertel reduzieren konnte. Da außerdem pro Impfdosis nur ein Virusstamm eingesetzt wird, ermöglicht dieses Konzept also eine vielfache Ausbeute an Impfstoffdosen. Es hat sich außerdem in diesen klinischen Studien gezeigt, dass durch die Verstärker auch so genannte Driftvarianten der Viren erkannt werden. Leichte Veränderungen (Mutationen), wie Influenzaviren sie immer vornehmen, werden daher von diesen pandemischen Impfstoffen abgedeckt.

Grundsätzlich sind die Reaktionen zu erwarten, die auch beim Verabreichen saisonaler Impfstoffe auftreten. Die häufigsten Meldungen hier waren: Rötungen und schmerzhafte Schwellungen an der Impfstelle, Fieber, Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Parästhesien (Jucken, Kribbeln, Schwellungsgefühle), Schüttelfrost, Husten, Übelkeit – Symptome, die zeigen, dass das Immunsystem zu arbeiten beginnt.

Mit einer Änderung des Nebenwirkungsprofils bei den Impfstoffen gegen die Neue Influenza ist nicht notwendigerweise zu rechnen. Auch zu den verwendeten Adjuvanzien gibt es schon umfangreiche Daten zur Verträglichkeit.

Insgesamt lässt sich feststellen, dass adjuvantierte Impfstoffe (Impfstoffe mit dem oben beschriebenen Verstärker) zu einer stärkeren lokalen und allgemeinen Reaktion führen, es aber nicht zu lang anhaltenden oder schwerwiegenden Nebenwirkungen kommt.

Wie bei der saisonalen Grippe ist die Behandlung nicht bei allen Erkrankten gleich. Darüber entscheidet der Arzt immer im Einzelfall.

Zwei Gruppen von antiviralen Medikamenten (Neuraminidasehemmer und M2-Protein-Hemmer) wirken prinzipiell gegen Influenza-A-Viren. Diese Medikamente verleihen allerdings im Gegensatz zu einer Impfung keinen längerfristig dauernden Schutz. Generell werden antivirale Medikamente verschrieben, wenn die ersten Symptome einer Grippe auftreten. Sie sollen die weitere Ausbreitung des Virus im Körper verhindern und damit die Anzahl der Komplikationen senken. Das nun in den USA und Mexiko neu entdeckte Virus ist empfindlich gegenüber neuen Neuraminidasehemmern, aber resistent gegenüber den alten Substanzen Amantadin und Rimantadin. Auch Neuraminidasehemmer können nur innerhalb eines schmalen Zeitfensters vor und nach der Infektion sinnvoll eingesetzt werden.

Weitere Fragen und Antworten finden Sie auf der Internetseite des Robert Koch-Instituts.

Häufig gestellte Fragen und Antworten für die Schulleitung

FAQ für Schulleitungen

Informationen zum Krankheitsbild, den erforderlichen Maßnahmen im Erkrankungsfall sowie zur Vermeidung von Ansteckungen für Schüler und Schülerinnen und ihre Eltern finden sich im Merkblatt II: „Informationen für Schülerinnen und Schüler und ihre Eltern“. Diese sollten allen Schülern und Lehrern zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus sollte jede Schule prüfen, welche anderen, unterrichtsähnlichen Aktivitäten an der Schule bzw. über die Schule den Schülern (z.B. auch durch externes Personal) angeboten werden, wie Nachmittagsbetreuung, Turnstunden, Musik- oder Koch-AGs etc. und die dort tätigen Lehrkräfte entsprechend informieren.

Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes (sog. OP Maske) für Lehrkräfte und Schüler wird derzeit nicht empfohlen. Es ist nicht erwiesen, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in der Öffentlichkeit vor einer Erkrankung schützt (vgl. www.rki.de). Bei gehäuftem Auftreten der Erkrankung kann die Verwendung von Mund-Nasen-Schutz jedoch sinnvoll sein. Die Anwendung sollte jedoch zuvor geübt werden.

Das kranke Kind darf nicht am Unterricht teilnehmen. Wenn die Symptome auf eine Neue Influenza hinweisen, wird das Kind umgehend mit dem Informationsblatt für Schüler und Eltern (Merkblatt II) nach Hause geschickt. Bis zum Eintreffen der Eltern muss das erkrankte Kind getrennt von den gesunden Kindern bleiben. Ist ein Kontakt zum erkrankten Kind mit einem Abstand von weniger als 2 Meter unvermeidbar, sollten beide (erkranktes Kind und Kontaktperson) einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Für die Eltern besteht keine gesetzliche Verpflichtung, die Diagnose der Neuen Influenza der Schule mitzuteilen. Es erscheint aber sinnvoll, mit den Eltern Absprachen zur Information zu treffen.

Entsprechendes gilt für Lehrkräfte.

Nach den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts sollen alle Erkrankten mindestens bis einen Tag nach Abklingen des Fiebers zuhause bleiben. Unabhängig davon kann der betreuende Haus- oder Kinderarzt eine andere Entscheidung treffen.

Nein, ein Labortest ist keine notwendige Voraussetzung zur ärztlichen Behandlung. Der behandelnde Arzt entscheidet, ob eine labordiagnostische Abklärung erforderlich ist.

Auch Geschwister und Eltern eines bestätigten Falles von Neuer Influenza, die mit diesem im selben Haushalt leben, dürfen weiter die Schule besuchen. Da eine Virusausscheidung jedoch in seltenen Fällen schon vor Erkrankungsbeginn bzw. auch durch asymptomatisch infizierte Personen erfolgen kann, sollten Kontakte zu Personen, die ein erhöhtes Risiko einer schweren Erkrankung haben, vermieden werden. Das bedeutet, diese Geschwisterkinder/Eltern sollen sich vor Ansteckung schützen und in den Tagen nach ungeschütztem Kontakt keine Einrichtungen von chronischen kranken Menschen bzw. von unter zweijährigen Kindern besuchen. Für Eltern ist eine Tätigkeit im medizinischen Bereich möglich in Abhängigkeit vom Impfstatus, dem Vorliegen von Risikofaktoren bei den betreuten Personen und den getroffenen Schutzmaßnahmen.

Bei der milden Verlaufsform der Erkrankung werden derzeit keine besonderen Maßnahmen mehr empfohlen, wenn eine Schülerin/ein Schüler mit einer Erkrankung an Neuer Influenza mit Symptomen die Schule besucht hat. Gesunde Mitschüler oder Lehrer sollten lediglich in der Folgezeit darauf achten, ob sie selber krank werden und dann in jedem Fall die Schule nicht besuchen.

Auch für die Lehrerinnen und Lehrer entscheidet der behandelnde Arzt, ob eine labordiagnostische Abklärung erforderlich ist.

Eine Unbedenklichkeitserklärung ist weder erforderlich noch sinnvoll und kann auch von keinem Arzt ausgestellt werden.

Vorsorgliche Laboruntersuchungen bei gesunden Personen sind nicht sinnvoll. Sie werden daher weder von Ärzten noch Gesundheitsämtern angeboten.

Es gibt keinen Automatismus, der zur Schließung einer Schule führt. Insbesondere in einer Phase mit breiter pandemischer Verbreitung der Erkrankung kann das Ziel einer Schulschließung, nämlich die Zirkulation des Virus in der Bevölkerung zu reduzieren, nicht mehr erreicht werden. In Abhängigkeit von den Erregereigenschaften und dem Verlauf der Pandemie kann das Gesundheitsamt in Abstimmung mit den zuständigen Schulträgern im Einzelfall entscheiden, welche Maßnahmen zu ergreifen sind. Eine allgemeine Schließung von Gemeinschaftseinrichtungen durch die Landesregierung ist zwar möglich, aber derzeit nicht angezeigt oder vorgesehen.

Stoffhandtücher oder Stofftaschentücher sollten nicht zum Einsatz kommen; es sollten ausschließlich Papiertaschentücher und Einmal-Handtücher benutzt werden.

Für die Abfallentsorgung ergeben sich keine Veränderungen gegenüber der üblichen Vorgehensweise.

Bei zunehmendem Auftreten von Neuer Influenza in einer Einrichtung kann eine erhöhte Reinigungsfrequenz von Oberflächen mit häufigem Kontakt (z.B. Türklinken, Handläufe, Spielzeug, Computertastaturen, Arbeitsflächen) neben den allgemeinen Hygieneempfehlungen sinnvoll sein.

Schwangere gelten als Personengruppe mit einem höheren Risiko für Komplikationen. Bis zur Verfügbarkeit eines geeigneten Impfstoffs müssen je nach Gefährdungslage besondere Schutzmaßnahmen für Schwangere in Abstimmung mit dem Arbeitgeber/Dienstherrn getroffen werden.

  1. Beim ersten Auftreten der Erkrankung in der Einrichtung sollen schwangere Beschäftigte nicht weiter in der Klasse oder in den Kursen oder Gruppen eingesetzt werden, in denen der Krankheitsfall aufgetreten ist.
  2. Treten weitere Erkrankungen in der Einrichtung auf, darf der Arbeitgeber/ Dienstherr die Schwangere einschließlich des zehnten Tages nach dem zuletzt aufgetretenen Fall nicht mehr in der Einrichtung mit persönlichem und räumlichem Kontakt zu Schülerinnen und Schülern beschäftigen. Die Möglichkeit der Umsetzung auf einen anderen, geeigneten Arbeitsplatz mit geringem Infektionsrisiko (z.B. die Erfüllung administrativer Aufgaben, Tätigkeiten in abgetrennten Räumen, vorübergehende Abordnung an die Schulaufsicht oder an eine andere Schule oder die Erledigung von Dienstaufgaben zu Hause) ist vom Arbeitgeber/Dienstherr möglichst unter Beteiligung des zuständigen Betriebsarztes zu prüfen. Ist keine Beschäftigung mit geringem Infektionsrisiko möglich, ist der Arbeitgeber/Dienstherr verpflichtet nach § 3 Abs. 3 der Verordnung zum Schutze der Mütter am Arbeitsplatz (MuSchArbV) in Verbindung mit §§ 2 Abs.1 und 2a Hessische Verordnung über den Mutterschutz für Beamtinnen (HMuSchVO) bzw. mit § 4 Abs.1 und 4 Mutterschutzgesetz (MuSchG) ein Beschäftigungsverbot bis einschließlich des zehnten Tages nach dem zuletzt aufgetretenen Fall auszusprechen und die Schwangere freizustellen.
  3. Schwangeren Beschäftigten wird darüber hinaus empfohlen, zur Abschätzung ihrer persönlichen Gefährdungssituation ihren behandelnden Arzt aufzusuchen. Liegt ein ärztliches Zeugnis nach § 1 Abs. 1 (HMuSchVO) bzw. nach § 3 Abs.1 MuSchG wegen der Gefährdung von Leben oder Gesundheit von Mutter und Kind bei Fortdauer der Beschäftigung vor, so muss der Arbeitgeber/Dienstherr ein Beschäftigungsverbot aussprechen und die Schwangere freistellen.
  4. Für schwangere Schülerinnen sind die vorstehenden Regelungen sinngemäß anzuwenden.

Es gibt derzeit keine Empfehlung, größere Veranstaltungen abzusagen. Personen mit Symptomen sollten diese Veranstaltungen nicht besuchen.

Das Auftreten der Neuen Influenza schließt nicht aus, dass im kommenden Herbst/Winter auch die übliche saisonale Influenza auftreten wird. Insofern gelten weiterhin die üblichen Impfempfehlungen für die saisonale Influenza.

Problembewusstsein und Eigenverantwortlichkeit bei den Schülerinnen und Schülern erhöhen, durch

  • Fachliche Aufklärung (z.B. „Wir gegen Viren“)
  • Poster, Flyer, Informationsveranstaltung etc.
  • Einstellen von Informationen auf die Schul-Homepage
  • Unterrichtseinheiten, AGs, Schulung der Kinder (z.B. zu Themen wie Hygiene oder Infektionskrankheiten)
  • Schülerzeitung
  • Ggf. Arztvortrag und Fragestunde mit Schülern

Maßnahmen der Schule

  • Eine Person für die Klärung aller Fragen rund um die Neue Influenza benennen (Pandemiebeauftragter) vgl. „Arbeitshilfe – Hygieneplan für Schulen“
  • Hygienevoraussetzungen schaffen (Seifenspender, Papierhandtücher, Abfalleimer, etc.) vgl. „Arbeitshilfe – Hygieneplan für Schulen“
  • Wartebereiche und Betreuung für Schüler mit Symptomen sicherstellen, bis Eltern zur Abholung kommen
  • Lehrerkonferenz zum Thema bzw. Elternabend einberufen
  • Unterrichtsmaterialien für Kranke entwickeln (z.B. kurze Lehrbriefe von den Lehrerinnen/Lehrern, telefonische Durchsage des durchgenommenen Lehrstoffs und Empfehlung der Nacharbeitung im entsprechenden Lehrbuch)

Empfehlungen für Kitas

Empfehlungen für Kindertageseinrichtungen und für die Kindertagespflege zur Vorbeugung gegen Erkrankung an der "Neuen Influenza A/H1N1" ("Schweinegrippe")

Diese Informationen finden Sie auch als PDF-Dokument in unserem Download-Bereich.

Die Neue Influenza A/H1N1, auch Schweinegrippe genannt, hat sich inzwischen auf allen Kontinenten ausgebreitet. Die Zahl der Krankheitsfälle steigt auch in Hessen weiter an. Ein Großteil der Erkrankten hat sich im Ausland angesteckt.

Glücklicherweise verläuft die Erkrankung in den allermeisten Fällen mild. Typische Symptome der Grippe sind plötzliches hohes Fieber, schweres Krankheitsgefühl, Husten und Gliederschmerzen.

Die folgenden Empfehlungen sind an die öffentlichen und freien Träger der Tageseinrichtungen für Kinder und die Tagespflegepersonen in ihren jeweiligen Gebietskörperschaften sowie an die örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe gerichtet.

Auf der Liste der Vorsichtsmaßnahmen steht die Hygiene ganz oben. Die folgenden Informationen sollten bei der Arbeit in der Einrichtung, in einer Form, die dem jeweiligen Kindesalter an gemessen ist, beachtet werden:

  1. Durch regelmäßiges Händewaschen kann das Risiko einer Infektion wirksam verringert werden, da insbesondere beim Niesen oder Husten Erreger auf die Hände gelangen und darüber weiterverbreitet werden können.
  2. Die Berührung von Mund, Nase und Augen mit den Händen führt möglicherweise dazu, dass Viren von den Händen über die Schleimhäute in den Körper gelangen.
  3. Beim Husten und Niesen sollte möglichst ein Einmaltaschentuch benutzt werden, nicht jedoch in die Hände. Das Taschentuch sollte nach einmaliger Benutzung sofort in einen verschlossenen Mülleimer geworfen werden.
  4. Es wird empfohlen, die Oberflächen in den Einrichtungen (u.a. auch Türklinken) häufig zu reinigen. Ein spezielles Desinfektionsmittel ist nicht erforderlich, herkömmliche Haushaltsreiniger reichen aus.
  5. Lüften Sie geschlossene Räume drei- bis viermal täglich für jeweils zehn Minuten.
  6. In Kindertageseinrichtungen sollten Kinder, bei denen Anzeichen einer Grippe bemerkt werden, von den Eltern abgeholt werden. Falls durch einen Arzt eine Grippe diagnostiziert wurde, sollte das Kind bis einen Tag nach Abklingen des Fiebers, mindestens aber für 10 Tage nach Symptombeginn (Dauer der Ansteckungsfähigkeit) zu Hause bleiben.
  7. Teilen Sie den Eltern erkrankter Kinder mit, dass sie sich mit ihrem Kinderarzt, dem Vertretungsarzt bzw. der Arztnotrufzentrale zunächst telefonisch in Verbindung setzen, bevor sie diese persönlich aufsuchen.

Allgemeine Informationen zum Thema Neue Influenza A/H1N1 können der Internetseite des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration entnommen werden (auf der Startseite rechts). In dem Beitrag finden Sie auch Hinweise auf weiterführende Informationen: Hessisches Ministerium für Soziales und Integration

Bei Fragen zur Schweinegrippe steht Ihnen auch das örtlich zuständige Gesundheitsamt zur Verfügung.

Herausgeber: Hessisches Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit · Dostojewskistr. 4 · 65187 Wiesbaden · Redaktion: Kathleen Piehl, Dr. Angela Wirtz, Christian Peter (verantwortlich) Stand: August 2009