Sprechstunde der Tuberkuloseabteilung

Montag bis Donnerstag von 8.00 – 11.00 Uhr

TBC Information

Tuberkulose ist eine meldepflichtige Infektionskrankheit.

Weltweit jährlich laut WHO ca. 10,4 Millionen Neuerkrankungen, über 95% davon in den Entwicklungsländern. 2017 in Darmstadt-Dieburg 40 neue Tbc-Fälle, hiervon 28 (70%) Tuberkulosen der Atmungsorgane mit 17 (43 %) offenen Lungentuberkulosen.

Übertragung durch Tröpfcheninfektion bei Sprechkontakt mit einer an offener Lungentuberkulose erkrankten Person.

Infektionsrisiko: Relativ gering, niedriger als bei anderen Infektionskrankheiten wie z.B. Windpocken, Grippe.
Nachweis der durchgemachten Infektion 8 (-12) Wochen nach der Ansteckung durch einen positiven Tuberkulin-Hauttest oder eine Blutuntersuchung (positiver Interferon-Gamma-Test).

Erkrankungsrisiko: Nur 5-10% der angesteckten Personen erkranken im Abstand von mehreren Wochen, Monaten oder sogar erst Jahren an einer Tuberkulose!

Erhöhte Infektions- und Erkrankungsgefahr bei:

  • Personen mit regelmäßigem, engem Kontakt zum Offentuberkulösen (Familienangehörige, Arbeitskollegen,  Klassen-, Vereinskameraden u.ä.)
  • Kontaktpersonen mit schlechter Abwehrlage (z. B. Carcinom-, Zucker-, Aids- und Alkoholkranke, HIV-Infizierte und Drogenabhängige)

Bei unzureichender körpereigener Abwehr vermehren sich die Tuberkelbakterien in der Lunge und angrenzenden Lymphknoten, es entwickelt sich eine geschlossene Lungentuberkulose.

Sobald der entzündliche Prozeß Anschluß an einen Bronchus bekommt und zerfällt, werden Bakterien abgehustet, es liegt jetzt eine offene Lungentuberkulose vor!

Ausgehend von dem primären Lungeninfektionsherd können die Bakterien aber auch in andere Organe im gesamten Körper wie z.B. Lymphknoten, Nieren oder Knochen gelangen. Dort können sich sogenannte Organtuberkulosen entwickeln, die ca. 20% aller Tbc-Erkrankungen ausmachen.

Krankheitsbeginn meist schleichend ohne oder mit nur uncharakteristischen Beschwerden:

  • Müdigkeit, Leistungsknick
  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtsabnahme
  • leichtes Fieber
  • Nachtschweiß
  • Husten oder Hüsteln
  • Auswurf, selten mit Blutbeimengung
  • Stechen in der Brust

Wer länger als 3 Wochen hustet sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen!

  1. Tuberkulinhauttest  
  2. Röntgenaufnahme der Lunge
  3. Erregernachweis
  4. Interferon-Gamma-Test (Bluttest zum Nachweis einer Tuberkuloseinfektion)
  5. In Einzelfällen zusätzlich Lungenspiegelung (Bronchoskopie)
  • Die Tuberkulose ist in den allermeisten Fällen heute gut behandelbar.
  • Isolierung im Krankenhaus nur bei offener Lungentbc für meist 2-3 Wochen.
  • Standardtherapie: Kombination von 4 Wirkstoffen für zwei Monate, danach zwei Wirkstoffe für vier Monate.
  • Konsequente tägliche Tabletteneinnahme für 6, evtl. 9-12 Monate.
  • Fehlerhafte oder unregelmäßige Einnahme verursacht Therapieversagen und Resistenzentwicklung!

Aufgaben des Gesundheitsamtes

  • Erfassung aller Neuerkrankungen in Einzelfallakten.
  • Dokumentation des Erkrankungverlaufs, der Behandlung und des Therapieerfolges.
  • Elektronische Übermittlung der anonymisierten Krankheitsdaten an das hessische Meldezentrum.
  • Unterstützung der behandelnden Ärzte, insbesondere bei fehlender Mitarbeit der Patienten.
  • Angebot von Tbc-Fachwissen, Beratung der Patienten, Kontaktpersonen und Ärzte.
  • Ermittlung und Untersuchung der Kontaktpersonen in Umgebungsuntersuchungen.
  • Ziel: Bekämpfung der Ausbreitung durch frühzeitige Entdeckung von Infektionsquellen und Folgeerkrankungen. 

Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten des Robert-Koch-Instituts.

Klinische Meldungen: Downloads

  • Download
    Meldung der TB-Erkrankung und des Behandlungsbeginns (pdf, 56 KB)
  • Download
    Meldung einer Krankenhausentlassung. (pdf, 40 KB)
  • Download
    Meldung eines Behandlungsabruchs oder Behandlungsendes. (pdf, 50 KB)

Weitere Informationen

Tuberkulose ist eine durch Tuberkulosebakterien verursachte meldepflichtige Infektionskrankheit. In den meisten Fällen handelt es sich um eine Lungenerkrankung, es können jedoch auch andere Organe betroffen sein. Die Krankheit kann mit einer Kombination mehrerer Medikamente bis zur Ausheilung behandelt werden.

Die Tuberkulose zählt nicht zu den hochinfektiösen Erkrankungen. In der Regel wird sie durch Tröpfchen, beim Sprechen, Husten und Niesen, von einem an offener (ansteckungsfähiger) Lungentuberkulose erkrankten Menschen auf einen Gesunden übertragen. Die Übertragung setzt im Allgemeinen einen länger dauernden Kontakt in geschlossenen Räumen voraus.

Falls es zu einer Infektion kommt, verläuft diese in der Regel unbemerkt. Erst wenn der Organismus nicht mehr in der Lage ist die eingedrungenen Erreger abzuwehren, kommt es zur Erkrankung. Nur ca. 5-10% der mit Tuberkulosebakterien infizierten Menschen, erkranken im Laufe ihres Lebens.
Bitte beachten Sie: Infizierte, jedoch nicht erkrankte Personen, können die Tuberkuloseerreger nicht weiter verbreiten (sind nicht ansteckend).

Die Erkrankung tritt meistens in den ersten zwei Jahren nach der Infektion auf, kann jedoch auch Jahrzehnte nach Infektion, bei Immunschwäche ausbrechen. Dabei bestehen häufig nur wenige, über Wochen anhaltende, uncharakteristische grippeähnliche Beschwerden

Abgeschlagenheit, schnelle Ermüdbarkeit, Leistungsknick, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme, Nachtschweiß, leicht erhöhte Körpertemperatur, Husten und Auswurf über mehrere Wochen.

Wird nun bei einer Person eine Tuberkulose festgestellt, so schreibt das Infektionsschutzgesetz kostenlose Untersuchungen der Kontaktpersonen (sog. Umgebungsuntersuchungen) durch das Gesundheitsamt vor. Mit Hilfe dieser Untersuchungen soll eine Tuberkuloseinfektion oder eine Erkrankung der Kontaktpersonen schnell nachgewiesen und ggf. behandelt werden.

Im Gesundheitsamt werden nach eingehender Beratung ein oder mehrere der folgenden Untersuchungen durchgeführt: ein Tuberkulinhauttest, ein spezieller Bluttest (Interferon-Gamma-Test) oder eine Röntgenaufnahme der Lunge.

Die Art der durchgeführten Untersuchungen, sowie die Art und Häufigkeit der Folgeuntersuchungen hängt von mehreren Faktoren, wie zum Beispiel  Alter und Gesundheitszustand der Kontaktperson, ab.
Um Ihr persönliches Infektions- und Krankheitsrisiko gut abschätzen zu können, bitten wir um detaillierte Angaben auf dem beiliegenden Fragebogen (Anamnesebogen). Bitte beachten Sie insbesondere die Hinweise zur telefonischen Kontaktaufnahme mit dem Gesundheitsamt.

Bei Kindern und Jugendlichen bis zum 15. Geburtstag, bei engen Wohngemeinschaften, Personen mit Immunschwäche oder Personen mit typischen Beschwerden, muss mit der (den) jeweils geeigneten Untersuchung(en) umgehend begonnen werden.
Bei allen anderen Kontaktpersonen darf der Haut- oder Bluttest zum Nachweis einer Infektion mit Tuberkulosebakterien, erst frühestens acht Wochen nach dem letzten Kontakt zum Erkrankten durchgeführt werden.

Das Infektionsschutzgesetz verpflichtet jeden Bürger, die Ermittlungen des Gesundheitsamtes zu dulden und zu unterstützen und sich den vorgeschriebenen Untersuchungen zu unterziehen.

Hierbei werden die Bestimmungen des Datenschutzes beachtet.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen unter der Nummer 0 61 51- 33 09 37 gerne zur Verfügung.

Ihr Team der Tbc-Abteilung des Gesundheitsamtes Darmstadt

Downloads

  • Download
    Frage- und Aufklärungsbogen vor einem Tuberkulinhauttest nach Mendel-Mantoux oder einer Blutentnahme zur Durchführung eines Interferon-Gamma-Testes (IGRA) (pdf, 92 KB)
  • Download
    Fragebogen (Anamnesebogen) (pdf, 712 KB)

Tuberculosis is a notifiable infectious disease, which has become significantly less common in Germany over the past several decades but has by no means been eradicated. Today, by using a combination of several drugs, it can readily be treated until cured.

In most cases, the illness is transmitted to a healthy individual through infectious droplets spread from an individual sick with an open (communicable) pulmonary tuberculosis in the course of speaking, coughing or sneezing.
Thus, tuberculosis bacteria reach the lung through inhalation. Infection can often take place completely unnoticed but, if the organism is not capable of fighting off the infectious agent, it can lead to illness. Please note, however, that contact persons who have not (yet) become ill cannot further spread the tuberculosis germ!
In 90% of cases, tuberculosis affects the lungs. Frequently, it causes no symptoms, or only a few non-specific flu-like symptoms:

Exhaustion, rapid fatigability, loss of energy, loss of appetite, weight loss, night sweats, slightly elevated body temperature, cough and expectoration.

If the diagnosis of tuberculosis is determined, then the Law on Protection from Infection specifies that contact persons receive free testing (known as environmental testing) through the public health department. To exclude tuberculosis infection or illness, a tuberculin skin test is performed and, if necessary, a supplementary laboratory test (Interferon gamma test) and/or X-ray imaging of the lungs. Although persons with a positive test result are not necessarily ill with tuberculosis, they need to undergo additional examinations.
In certain forms of closed (= not communicable) pulmonary tuberculosis, the only testing required is a search for the source of infection. However, in cases of communicable tuberculosis, in order to determine secondary illnesses, it is necessary to conduct a second round of environmental testing, and for closer contacts, even a third round of testing after an interval of several months.

In order to minimize the use of X-rays, we divide the examinations over a period of between six months and a year, since most illnesses can be detected during this interval. In exceptional cases, the illness may begin between or after our examination dates.
Therefore, we would ask all affected contact persons, should they develop any of the symptoms listed above on a lasting basis (over several weeks), to report to the TBC division of the public health department without waiting for notification.

The Law on Protection from Infection requires every citizen to submit to and cooperate with the inquiries of the Public Health Department, and to undergo the prescribed examinations.

During this investigation, all provisions protecting data privacy will be respected.

We would be glad to be available at the following telephone number should you have any further questions: 0 61 51- 33 09 37.

Your team at the TBC Division of the Darmstadt Public Health Department

Downloads

  • Download
    Questionnaire and Information Sheet prior to a Mendel-Mantoux tuberculin test (pdf, 20 KB)

Statistiken

Auf der folgenden Grafik ist der Verlauf der Inzidenzen für alle Tuberkuloseerkrankungen seit Anfang der 90-iger Jahre in der Stadt Darmstadt, dem Landkreis Darmstadt-Dieburg und in Deutschland insgesamt dargestellt.

Inzidenz: Zahl der jährlichen Erkrankungen pro 100.000 Einwohner.

Das folgende Diagramm zeigt den prozentualen Anteil der verschiedenen Erkrankungsformen der Tuberkulose in der Stadt Darmstadt und dem Landkreis Darmstadt-Dieburg für den angegebenen Beobachtungszeitraum.

In Klammern stehen die entsprechenden Zahlen des Vorjahres.

Neu registrierte Tuberkuloseerkrankungen: m38 (32)
Neuerkrankungen in der Stadt Darmstadt: 11 (14) => Inzidenz: 7,8 (9,9)
Neuerkrankungen im Landkreis Da-Dieburg: 27 (18) => Inzidenz: 9,3 (6,2)

Neu registrierte Tuberkulosen der Atmungsorgane: 32 / 84,2% (23/71,9%)
(einschl. Pleuritis tbc u. mediastinale Lymphknotentbc)
Neu registrierte Lungentuberkulosen mit Bakterienausscheidung: 17 / 44,7% (14/43,8%)

Anzahl der registrierten Tuberkulosen nach Geschlecht und Staatsangehörigkeit:

männlich 24 / 63,2% (19 / 59,4%)
weiblich 12 / 36,8% (8 / 40,6%)  

Deutsche 15 / 39,5% (15 / 46,9%)
Ausländer 21 / 55,3% (17 / 53,1%)
Spätaussiedler 2 / 5, 3% (keine)

Tbc-Inzidenz nach Nationalität 2008:

Deutsche: 17 Erkrankungen => Inzidenz: 4,5
Ausländer: 21 Erkrankungen => Inzidenz: 39,5

Aufteilung nach Altersklassen:

0-6 Jahre => -
7-15 Jahre => -
16-39 Jahre => 12 / 31,6% (11 / 34,4%)
40-64 Jahre => 12 / 31,6% (15 / 46,9%)
> 65 => 14 / 36,8% (6 / 18,7%)

Ausländeranteil nach Altersklassen:

16-39 Jahre => 10 / 83,3% (11 / 34,4%)
40-64 Jahre => 7 / 58,3% (15 / 46,9%)
>65 => 4 / 28,6% (6 / 18,7%)

Resistenzlage:

Fälle gesamt: 2 / 5,3% (4 / 16,7%)
SM-Resistenz: 1 (Geb.ld. Pakistan)
INH+SM-Resistenz:1 (Geb.ld. Somalia)

Auf der folgenden Grafik ist der Verlauf der Inzidenzen für alle Tuberkuloseerkrankungen seit Mitte der 90-iger Jahre in der Stadt Darmstadt, dem Landkreis Darmstadt-Dieburg und in Deutschland insgesamt dargestellt.

Inzidenz: Zahl der jährlichen Erkrankungen pro 100.000 Einwohner.

Das folgende Diagramm zeigt den prozentualen Anteil der verschiedenen Erkrankungsformen der Tuberkulose in der Stadt Darmstadt und dem Landkreis Darmstadt-Dieburg für den angegebenen Beobachtungszeitraum vom 01.01.2013 bis zum 15.11.2013.

In Klammern stehen die entsprechenden Zahlen des Vorjahres (01.01.2012 bis 15.11.2012).

Neu registrierte Tuberkuloseerkrankungen: 37 (31) 
Neuerkrankungen in der Stadt Darmstadt: 23 (20) => Inzidenz: 17,65 (15,1)
Neuerkrankungen im Landkreis Da-Dieburg: 14 (11) => Inzidenz: 5,6 (4,3)

Neu registrierte Tuberkulosen der Atmungsorgane: 33 / 89,2% (26 / 83,9%)
(einschl. Pleuritis tbc u. mediastinale Lymphknotentbc)
Neu registrierte Lungentuberkulosen mit Bakterienausscheidung: 23 / 62,2% (16 / 51,6%)

Anzahl der registrierten Tuberkulosen nach Geschlecht und Staatsangehörigkeit:

männlich => 22 / 59,5% (17 / 54,8%)
weiblich => 15 / 40,5% (14 / 45,2%)

Deutsche => 12 / 32,4% (9 / 29%)
Ausländer => 25 / 67,6% (22 / 71%)
Spätaussiedler => keine (keine)

Aufteilung nach Altersklassen:

0-6 Jahre => 1 / 2,7% (1 / 3,2%) 
7-15 Jahre => 3 / 8,1% (keine)
16-39 Jahre => 18 / 48,6% (15 / 48,4%)
40-64 Jahre => 11 / 29,7% (9 / 29%) 
>65 => 4 / 10,8% (6 / 19,4%)

Resistenzlage:

Fälle gesamt: 3 / 8,1% (keine)
INH-Resistenz: 1 (Geb.ld. Rumänien)
INH-Resistenz: 1 (Geb.ld. Somalia)
INH-PTH-Fluorchinolone Resistenz: 1 (Geb.ld. Indien) 

Zum Vergleich: Bundesweit 2012 - 12,7% jegliche Resistenz