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Reisen bei chronischen Erkrankungen

Reisen in andere klimatische Zonen mit fremden hygienischen Bedingungen belasten bereits den gesunden Organismus. Um so mehr müssen ältere Menschen und chronisch Kranke eine Reise rechtzeitig und sorgfältig vorbereiten, um unangenehme Überraschungen und unter Umständen lebensbedrohliche Komplikationen zu vermeiden. In einem ärztlichen Beratungsgespräch sollte vorab geklärt werden, welche Reiseziele für Sie günstig oder ungünstig sind. Wichtig ist auch Ihr Reisestil (Leben in First-Class-Hotels oder Abenteuerreise) Aufenthalt in Großstädten mit 24-Stunden-Kliniken oder in Gebieten ohne adäquate medizinische Versorgung?) Bei Reisen mit Zeitverschiebung sollten Sie die zeitliche Verschiebung Ihrer Medikation vorab mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin besprechen. Medikamente gehören griffbereit ins Handgepäck, für einen ausreichenden Medikamentenvorrat sollte gesorgt sein.

 

Bei folgenden Erkrankungen können Bedenken gegen eine Flugreise bestehen:

 

z. B. bei schwerer Anämie (Blutarmut), nach kürzlich überstandenem Herzinfarkt oder Schlaganfall, bei Angina pectoris, schweren Atemwegserkrankungen wie z. B. Asthma, bei Herzmuskelschäden, schlecht eingestelltem Bluthochdruck, schweren Durchblutungsstörungen der Beine oder Augen, Antikoagulantienbehandlung (Blutverdünnung), nach frischen Operationen, bei insulinpflichtiger Zuckerkrankheit ohne Vorbereitung auf Flugreisen mit Zeitverschiebung, bei akuten Infektionskrankheiten, im letzten Drittel der Schwangerschaft.

 

Bei folgenden Erkrankungen sollten Sie nicht in tropische oder subtropische Gebiete reisen:

 

bei schweren Schilddrüsen-, Leber- oder Herzerkrankungen, bei ausgeprägtem Bluthochdruck, schwerer Anämie, schlecht eingestellter Zuckerkrankheit, nicht ausgeheilter Tuberkulose, Magengeschwüren, schwerer Psoriasis (schuppende Hauterkrankung) oder chronischen Störungen der Nierenfunktion.

 

Diabetiker (Zuckerkranke) sollten folgendes beachten:

 

Insulin muss unbedingt im Handgepäck mitgenommen werden, da es im Gepäckraum des Flugzeuges einfrieren kann. Am Urlaubsort muss Insulin kühl gelagert werden. Insulinpflichtige Diabetiker müssen sich bei Reisen mit Zeitverschiebung in der Regel dem neuen Tagesrhythmus anpassen, tablettenpflichtige meist nicht. Urin- und Blutzuckerselbstkontrollen müssen auf Fernreisen häufiger erfolgen als zu Hause. Diabetiker sollten nicht alleine reisen, denn oft kann nur eine geschulte Begleitperson eine bedrohliche Situation schnell genug richtig einschätzen. Es empfiehlt sich, einen Diabetikerausweis in Englisch und, wenn möglich, in der Landessprache mitzunehmen und dazu eine ärztliche Bescheinigung über die medizinische Notwendigkeit der Medikamente und Spritzen für den persönlichen Bedarf mitzuführen.

 

Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen gilt:

 

Menschen mit koronaren Herzkrankheiten müssen die Angina-pectoris-Schwelle beachten. Eine Angina pectoris stellt in der Regel die Grenze der Leistungsfähigkeit dar, darüber besteht die Gefahr von Rhythmusstörungen, was insbesondere auf Reisen nicht riskiert werden sollte. Personen mit Herzinsuffizienz (Herzmuskelschwäche) sollten die Leistungsanforderungen auf ihrer Reise an das Stadium der Erkrankung anpassen. Nur ca. 60% der maximalen Belastbarkeit sollte erreicht werden. Treten zu Hause erst bei schwerer körperlicher Belastung Beschwerden auf, so sind Reisen ohne sportliche Aktivitäten oder Extrembelastung möglich. Bestehen zu Hause bereits bei leichter Belastung Beschwerden, so sind nur Erholungsreisen ohne große Aktivitäten oder Belastungen durch Klima oder Höhe möglich. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen gelten Einschränkungen beim Fliegen, Bergtrekking und Tauchen.

 

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