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Kinderlähmung (Poliomyelitis anterior)

Seit Mai 2006 sind 84 Patienten in Namibia an Kinderlähmung (Poliomyelitis anterior) erkrankt, 12 sind bereits verstorben. Bei den Erkrankten handelt es sich im Wesentlichen um Erwachsene. Der Ausbruch begann am 07. Mai in Aranos, knapp 400 km südöstlich der Hauptstadt Windhoek. Die meisten Fälle werden jetzt aus Katatura, dem ältesten Stadtviertel von Windhoek gemeldet, weitere wurden aus Khomas, Hardap und Otjozondjupa berichtet.

 

Bei dem Virus handelt es sich um ein importiertes Poliovirus aus Angola, das seinen Ursprung in Indien hatte und 2006 zehn Erkrankungsfälle in Angola verursachte. Es dauerte fast einen Monat, bis der Erreger, Polio Wildvirus Typ I, in mehreren Referenzlabors bestätigt werden konnte. Allein in dieser Zeit kam es bei 39 Patienten zu Lähmungen, 7 verstarben.

 

Angola galt seit 2001 als Polio-frei. Die zuständigen Behörden planen derzeit umfangreiche Impfaktionen und werden die gesamte Bevölkerung (d. h. insbesondere auch ältere Personen) mit Polio-Schluckimpfung (OPV) immunisieren.

 

Für Reisende ohne ausreichenden Impfschutz gegen Polio besteht ein nicht unerhebliches Risiko, selbst an dieser Infektion zu erkranken. Das Virus wird ausschließlich von Mensch zu Mensch durch Verunreinigungen mit Darmausscheidungen übertragen. Das epidemische Auftreten von Poliomyelitis ist mit den unzureichenden hygienischen Bedingungen, insbesondere der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung, verbunden. Auch nicht erkennbar infizierte Personen scheiden das Virus aus.

 

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